Kremieren – Darf ein verstorbener Christ verbrannt werden

Kremieren – Darf ein verstorbener Christ verbrannt werden?

Darf ein Christ, der verstorben ist, verbrannt werden, oder nicht? Mit dieser Frage beschäftigen sich immer mehr Christen. Der Grund, dass die Bestattung wesentlich günstiger ist und die zukünftige Pflege des Grabes weniger Aufwand mit sich bringt als eine leibliche Bestattung, macht das Kremieren auch für viele Christen immer attraktiver. Hierbei lassen sich viele Christen jedoch von irdischem Denken und weltlichen Einflüssen prägen. Wir sollten vielmehr fragen, was Gott selbst in seinem Wort zu diesem Thema zu sagen hat.

Wenn wir die Bibel studieren, dann fällt auf, dass sie immer in einem negativen Kontext davon spricht, wenn Menschen verbrannt wurden. Im Gegensatz dazu spricht die Bibel über den menschlichen Körper als ein kostbares Gut, das man pflegen, nähren und schützen sollte. Ebendarum bin ich der Überzeugung, dass ein Christ seinen Körper nach seinem Ableben nicht verbrennen lassen darf. Im Folgenden möchte ich sieben Gründe aufführen, wieso ich zu dieser Überzeugung gekommen bin. Hierbei gehe ich zunächst auf drei positive und schließlich auf vier negative Gründe ein.

1. Der Mensch ist im Bilde Gottes geschaffen

Gott schuf den Menschen aus dem Staub des Erdbodens (1. Mose 2,7). Der erste Mensch war vollkommen und perfekt, sowohl in seinem Innern als auch in seinem Körper (1. Mose 1,31). Erst durch die Sünde kamen das Alter und der Tod zu den Menschen. Doch dies bedeutet nicht, dass wir diesen guten Körper, den Gott gemacht hat, schändlich behandeln sollen.

Paulus schreibt über unseren Körper: „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euer selbst seid? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden; verherrlicht nun Gott in eurem Leib.“ (1. Kor 6,19-20) Auch David sagt: „Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl.“ (Ps 139,14)

Diesen erstaunlichen und guten Körper, den Gott geschaffen hat, nun durch Feuer zu vernichten, bedeutet, das Werk, das Gott gewirkt hat, zu vernichten. Vielmehr sollten wir das beherzigen, was Gott sagt: „Im Schweiß deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zur Erde zurückkehrst; denn von ihr bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!“ (1. Mose 3,19)

Gott hat uns aus dem Staub geschaffen, durch die Sünde kam der Tod zu allen Menschen; daher sollten wir dem natürlichen Prozess folgen und unseren Körper, nachdem er gestorben ist, zu Staub werden lassen, indem er im Staub der Erde verwest und nicht verbrannt wird.

2. Der Mensch wird mit einem Leib Auferstehen

Jeder Mensch, sei er gläubig oder ungläubig, wird eines Tages aus den Toten auferstehen (Daniel 12,2). Dabei werden ihre Leiber lebendig: Die Leiber der Gottlosen werden auferstehen, und die Leiber der Gerechten werden auferstehen und verwandelt werden. Das ist die Hoffnung der Gläubigen, dass Christus: „unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“ (Phil 3,21; siehe auch 1 Kor 15)

Da wir in der Ewigkeit nicht als Geister umherschweifen, sondern mit neuen, verherrlichten Leibern existieren werden, zeigt uns dies, dass der Leib auch in der Ewigkeit eine große Rolle spielen wird. Dies macht deutlich, dass wir unserem Leib mehr Gewicht und Beachtung schenken sollten, als wir es bereits tun. Wir sollten unseren Körper auf dieser Erde pflegen, nähren und schützen; dies bezieht sich sowohl auf eine gute Ernährung und ausreichend Bewegung als auch auf eine ehrwürdige Behandlung nach dem Tod.

3. Es ist die letzte Ehre eines Menschen, begraben zu werden

Die Könige in Juda und Israel, welche gottesfürchtig gelebt haben, haben alle die Ehre und Würde eines Begräbnisses empfangen (1. Mose 23,4; 1. Kön. 2,10). Diejenigen, welche gottlos gelebt haben, wurden verbrannt (Jeremia 29,22).

Besonders sticht hier das Begräbnis unseres Herrn Jesus hervor. Der Leib von Jesus wurde gesalbt, einbalsamiert und begraben (Matthäus 26,12; 27,58–59). Er wurde begraben, weil er nach drei Tagen auferstehen sollte. Er wurde gesalbt und einbalsamiert, weil die Juden großen Wert auf den Leib legten. Als Christen sollten auch wir großen Wert auf den Körper legen und eine würdevolle Bestattung vornehmen, da wir wissen, dass auch wir, wie unser Herr Jesus vor uns, aus den Toten auferstehen werden (1. Thessalonicher 4,16).

Nachdem wir diese drei positiven Gründe betrachtet haben, wieso ein Christ sich nach seinem Ableben nicht verbrennen lassen sollte, wollen wir nun auf die drei negativen Gründe eingehen:

4. Im AT war Verbrennung eine gesetzliche Strafe

Gott verordnete im Alten Testament an mehreren Stellen, dass Menschen aufgrund bestimmter Sünden verbrannt werden sollten. Hierfür seien drei Beispiele angeführt.

Verbrennung bei Inzest

In 3. Mo 20,14 verbietet Gott seinem Volk Inzest zu begehen, und spricht folgende Strafe bei Übertretung dieses Gesetzes aus: „Und wenn ein Mann eine Frau nimmt und ihre Mutter, das ist eine Schandtat; man soll ihn und sie mit Feuer verbrennen, dass keine Schandtat in eurer Mitte sei.“

Offensichtlich war das Verbrennen eines Menschen ein sichtbares Zeichen der Schande. Denn die Menschen, welche diese Sünde begangen hatten, sollten nicht gesteinigt oder gehängt, sondern verbrannt werden, aufgrund ihrer Schandtat.

Verbrennung bei Unzucht

Auch bei einer bestimmten Form der Hurerei, sollte die Strafe das Verbrennen sein, wie wir in 3. Mo 21,9 lesen: „Und wenn die Tochter eines Priesters sich durch Hurerei entweiht, so entweiht sie ihren Vater: Sie soll mit Feuer verbrannt werden.“

Weil eine Priestertochter durch ihre Unzucht Schande über ihren Vater brachte, sollte ihre Schande durch das Verbrennen ihres Körpers sichtbar werden. Dies sollte auch zur Abschreckung dienen.

Verbrennung bei Übertretung des Bundes

Als Josua Jericho eingenommen hatte, forderte Gott von dem Volk, dass sie nichts aus dieser Stadt für sich nehmen sollten. Achan jedoch übertrat dieses Gebot Gottes, weshalb Gott folgendes Urteil über den aussprach, bei dem das Verbannte gefunden wird: „Und es soll geschehen: Wer mit dem Bann getroffen wird, der soll mit Feuer verbrannt werden, er und alles, was er hat; denn er hat den Bund des HERRN übertreten und eine Schandtat in Israel begangen.“ (Jos 7,15) Nachdem das Los auf Achan gefallen ist sprach Josua zu ihm: „Wie hast du uns in Trübsal gebracht! Der HERR wird dich in Trübsal bringen an diesem Tag! Und ganz Israel steinigte ihn, und sie verbrannten sie mit Feuer und bewarfen sie mit Steinen“ (Jos 7,25).

Diese drei Beispiele zeigen uns, dass Gott selbst als Gerichtsurteil das Verbrennen von Menschen forderte und durchgeführt hat. Sie verdeutlichen, dass das Verbrennen von Körpern durchaus etwas Negatives ist und nicht nachgeahmt werden sollte.

5. Verbrennung ist ein Zeichen von Gottes Gericht

Sowohl das Alte als auch das Neue Testament zeigen deutlich auf, dass das Verbrennen von Menschen ein Zeichen von Gottes Gericht ist.

Verbrennung als Zeichen von Gottes Gericht im Alten Testament

  • Sodom und Gomorra

Weil Sodom und Gomorra ihr gottloses und perverses Treiben in die Höhe getrieben hatten, richtete Gott diese Städte durch Feuer: „Und der HERR ließ auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN aus dem Himmel; und er kehrte diese Städte um und die ganze Ebene und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens.“ (1. Mo 19,24-25)

  • Nadab und Abihu

Weil Nadab und Abihu Gott ungehorsam waren, und fremdes Feuer zum Altar brachten, richtete Gott sie durch Feuer: „Und die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer vor dem HERRN dar, das er ihnen nicht geboten hatte. Da ging Feuer von dem HERRN aus und verzehrte sie, und sie starben vor dem HERRN.“ (3. Mo 10,1-2)

  • Korah, Datan und Abiram

Weil Korah und seine Rotte sich gegen Mose, und somit gegen Gott selbst auflehnten, traf Gottes Gericht sie, indem er sie verbrannte: „Und Feuer ging von dem HERRN aus und fraß die 250 Männer, die das Räucherwerk dargebracht hatten.“ (4. Mo 16,35)

Verbrennung als Zeichen von Gottes Gericht im Neuen Testament

  • Jesus über Gericht und Hölle

Jesus lehrte viel über die Hölle, und darüber, dass die Gottlosen ewig in dem Feuer der Hölle brennen werden. „Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.“ (Mt 25,41) Dabei erleiden diese Menschen nicht nur Schmerzen an ihrer Seele, sondern auch an ihren Leibern: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib zu verderben vermag in der Hölle.“ (Mt 10,28; siehe auch Math 5,29-30) Auch die Leiber der Gottlosen werden auferstehen. Die Gottlosen werden mit ihren Leibern in die Hölle geworfen, wo ihre Leiber in alle Ewigkeit brennen werden.

  • Die Offenbarung über Gericht und Hölle

Der Apostel Johannes empfing auf der Insel Patmos Offenbarungen über kommende Gerichte, die ewige Herrlichkeit des Himmels und die schrecklichen Qualen der Hölle. Über diejenigen, die das Malzeichen des Tieres annehmen und das Bild anbeten werden, schreibt Johannes: „so wird auch er trinken von dem Wein des Grimmes Gottes, der unvermischt in dem Kelch seines Zorns bereitet ist; und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.“ (Off 14,10)

Letztlich werden das Tier und der falsche Prophet, und auch der Teufel selbst in den Feuersee geworfen (Off. 19,20;20,10). Am Ende werden der Tod und alle Gottlosen in diesen Ort geworfen: „Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.“ (Off 20,14-15) Das ewige Gericht Gottes in der Hölle besteht darin, dass die Menschen in dem Feuersee brennen werden.

Wenn also das Verbrennen von Menschen auf dieser Erde und in der Hölle ein Akt des Gerichtes Gottes ist, sollten wir davon absehen, uns nach unserem ableben verbrennen zu lassen.

6. Verbrennung war eine heidnische und götzendienerische Praxis

Heidnische und gottlose Nationen verbrannten ihre Kinder im Feuer, um ihre Götter zu besänftigen. Diese Praxis war in den Augen Gottes ein großer Gräuel. Deswegen hat er sein Volk mehrfach davor gewarnt und ihnen verboten, ihre Kinder im Feuer zu verbrennen.

In 3. Mo 18,21 sagt Gott: „Und von deinen Nachkommen sollst du keinen hingeben, um ihn dem Molech durchs Feuer gehen zu lassen, und du sollst den Namen deines Gottes nicht entweihen. Ich bin der HERR.“ Dieses Gebot wiederholt Gott in 5. Mose 18,10: „Es soll niemand unter dir gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, niemand, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier“

Der gottlose König Ahas aus Juda missachtete dieses Gebot: „sondern er wandelte auf dem Weg der Könige von Israel, und er ließ sogar seinen Sohn durchs Feuer gehen, nach den Gräueln der Nationen, die der HERR vor den Kindern Israel vertrieben hatte“ (2. Kön 16,3). Auch König Manasse tat dasselbe (2. Könige 21,6).

Der Prophet Jeremia geht auf diese Sünden des Volkes Israel ein: „Und sie haben die Höhen des Tophet gebaut, das im Tal des Sohnes Hinnoms ist, um ihre Söhne und ihre Töchter im Feuer zu verbrennen, was ich nicht geboten habe und mir nicht in den Sinn gekommen ist.“ (Jer 7,31; siehe auch 19,5 und Hesekiel 16,20-21)

Auch wenn das Verbrennen eines toten Körpers von dem Verbrennen eines Kindes oder eines lebendigen Körpers unterschieden werden muss, lehren uns diese Stellen eine wichtige Wahrheit: Das Verbrennen von Menschen war eine durch und durch heidnische Praxis, um ihre Götter zu besänftigen.

7. Verbrennung wurde bei Hinrichtung durchgeführt

Schließlich haben wir einige Beispiele in der Schrift, wo die Leiber von Menschen durch Hinrichtungen verbrannt wurden.

Saul und seine Söhne

Nachdem der gottlose König Saul und seine Söhne im Krieg gefallen waren, wurden ihre Leiber verbrannt: „da machten sich alle tapferen Männer auf und gingen die ganze Nacht; und sie nahmen den Leichnam Sauls und die Leichname seiner Söhne von der Mauer von Beth-Schean weg; und sie kamen nach Jabes zurück und verbrannten sie dort.“ (1. Sam 31,12)

Auch wenn diese tapferen Männer Saul und seine Söhne durch die Verbrennung nicht der Schande hingeben wollten, wurde doch vor allem Saul diese unwürdige Weise der Bestattung zuteil. Denn er war gottlos, und Gott richtete ihn, was in der Art seiner Bestattung sichtbar wird.

Zedekia und Ahab

Auch die gottlosen Könige Zedekia und Ahab wurden von dem König von Babel verbrannt: „Und von ihnen wird ein Fluch entnommen werden seitens aller Weggeführten Judas, die in Babel sind, sodass man sagen wird: Der HERR mache dich wie Zedekia und wie Ahab, die der König von Babel im Feuer braten ließ!“ (Jer 29,22)

Auch diese beiden Könige wurden von Gott in der Öffentlichkeit der Schande preisgegeben, indem sie keine würdige Bestattung, sondern eine Bestattung durch Verbrennen empfingen.

Schlussfolgerung

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Bibel durchweg positiv über den Körper spricht und wir den Körper aus diesem Grund auch würdig behandeln sollen. Wir wurden durch die Hand Gottes und in seinem Bild geschaffen; als Christen ist unser Körper der Tempel des Heiligen Geistes, und wir erwarten eine zukünftige Auferstehung und Verherrlichung unseres Körpers. Die Tatsache, dass unser Herr Jesus ein würdiges Begräbnis empfing, sollte uns zeigen, dass wir ihn auch in diesem Punkt nachahmen sollten.

Zudem haben uns die Beispiele aus der Schrift, in denen Menschen verbrannt wurden, gezeigt, dass die Verbrennung des Körpers, sei es lebend oder tot, durchweg negativ betrachtet wird. Sei es Gottes Strafe oder Gericht, oder seien es gottlose und heidnische Praktiken – das Verbrennen von Menschen ist ein Gräuel in den Augen Gottes. Aus diesem Grund sollten Christen es vermeiden, sich kremieren zu lassen.

Fragen

Was ist mit denen, die im Krieg oder durch andere Umstände verbrannt wurden?

Wenn der Körper eines Christen durch bestimmte Umstände verbrannt wurde, wird sein Leib am letzten Tag dennoch auferstehen. Ob dein Körper in der Erde verwest, im Wasser von Fischen gefressen oder durch Feuer verbrannt wird, spielt keine Rolle. Gott ist mächtig und er wird alles eines Tages auferwecken.

Was ist, wenn ich kein Geld habe?

Wenn jemand ärmlich ist und sich kein normales Begräbnis leisten kann, sollte die Gemeinde die Kosten der Beerdigung übernehmen. Nur wegen der Kosten sollte man sich nicht verbrennen lassen.

Richard Friesen, 13.01.2026