“Und es geschah, wenn Mose seine Hand erhob, so hatte Israel die Oberhand, und wenn er seine Hand ruhen ließ, so hatte Amalek die Oberhand.”
(2.Mose 17,11)Dieses Beispiel von Mose ist ein treffendes Bild für anhaltendes und siegreiches Gebet. Denn dort, wo wir unsere Hände zum Gebet erheben, werden wir immer die Oberhand haben; doch wenn wir unsere Hände vom Gebet ruhen lassen, wird unser Feind – wie auch immer dieser aussieht – die Oberhand haben.
Kurz nachdem Gott Sein Volk durch Seinen Knecht Mose aus der ägyptischen Sklaverei gerettet und in die Wüste geführt hatte, stand das Volk vor einer neuen Herausforderung: Die Amalekiter, ein Nomadenvolk, kamen und kämpften gegen Israel. Mose sandte Josua, damit er mit einigen Männern gegen Amalek kämpfen sollte. Mose hingegen stieg mit Aaron und Hur auf den Berg, um seine Hände zu Gott zu erheben. Solange Mose seine Hände zu Gott ausstreckte, hatte Israel die Oberhand; doch sobald er sie sinken ließ, hatten die Feinde die Oberhand. Nach einer gewissen Zeit fiel es Mose schwer, seine Hände zu erheben; darum stützten Aaron und Hur seine Hände, bis die Sonne unterging und Josua Amalek niedergestreckt hatte.
Dieser Kampf zwischen Israel und Amalek ist ein Bild für den geistlichen Kampf, den wir als Gemeinde täglich zu kämpfen haben. Denn als Gemeinde hat Gott uns durch Seinen Sohn, Jesus Christus, aus der Sklaverei der Sünde befreit. Doch nun, nachdem wir errettet sind, stehen wir täglich vor neuen Herausforderungen – wie das Volk Israel in der Wüste. Unser Feind, der Satan, schläft nicht, sondern versucht immer wieder neu, gegen uns anzukämpfen (1.Petrus 5,8).
Und so wie Josua für Israel kämpfte, so kämpft Jesus für Seine Gemeinde. Doch auch wir sind in dem Kampf aktiv beteiligt, indem wir heilige Hände aufheben (1.Tim. 2,8), so wie es Mose auf dem Berg tat. Erhebe deine Hände im Gebet so lange, bis du deine Feinde niedergestreckt hast. Kämpfst du gegen Zorn, Stolz, Faulheit, Unzucht, gegen Ungeduld oder sonstige Sünden und Anfechtungen? Diese Feinde können nur besiegt werden, indem du heilige Hände aufhebst und zu Gott schreist, bis Jesus diese Feinde niedergestreckt hat.
Doch manchmal geht es auch uns so, dass wir müde und schwach zum Gebet werden und unsere Hände sinken lassen – wie Mose. Dann brauchen auch wir treue Geschwister, wie Aaron und Hur, die unsere Hände zum Gebet stützen, die für uns beten und uns zur Seite stehen. Daher brauchst du unbedingt eine bibeltreue Gemeinde, wo es Pastoren und Geschwister gibt, die für dich beten. Du brauchst Brüder und Schwestern, denen du dich anvertrauen kannst, und die für dich beten und deine Anliegen zu ihren machen. Nur so kannst du dein Christenleben siegreich auf dieser Erde führen, bis du in das verheißene Land, die Ewigkeit, eingehen wirst. Auch du selbst solltest für deine Brüder und Schwestern wie ein Aaron oder Hur sein, und ihre Hände zum Gebet stützen, indem du für sie und ihre Anliegen betest und mit ihnen kämpfst.
Der Puritaner Thomas Brooks bringt das Gesagte auf den Punkt, wenn er schreibt: „Weil wir immer bedürftig sind, müssen wir auch stets beten. Die Welt ist voller Verlockungen – darum sollen wir unaufhörlich beten. Satan versucht uns beständig, also müssen wir ständig im Gebet bleiben. Da wir immer wieder sündigen, brauchen wir auch immer wieder das Gebet. Und weil wir ständig in Gefahr stehen, dürfen wir das Gebet niemals vernachlässigen.“1 Kurz gesagt: Wir sollten unsere Hände beständig im Gebet erheben, um nicht den Versuchungen des Satans, der Welt und unseres Fleisches zu erliegen, sondern siegreich zu sein.
Eine Andacht von Richard Friesen, Pastor der EBC Waiblingen
- M.J. Hancock – Pathway to prayer; encouragements to pray from voices of the past, S.18 ↩︎