Dies will ich mir zu Herzen nehmen, darum will ich hoffen: Es sind die Gütigkeiten des HERRN, dass wir nicht aufgerieben sind; denn seine Erbarmungen sind nicht zu Ende; sie sind alle Morgen neu, deine Treue ist groß. Der HERR ist mein Teil, sagt meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. (Klgl 3,21-24)
Angesichts unserer Sünde und dessen, was wir dadurch verdient haben, wird selbst die kleinste Freundlichkeit Gottes zu etwas unermesslich Großem. Genau diese Wahrheit erkannte Jeremia. Denn das Volk Israel wurde aufgrund seiner grässlichen Sünden in die Gefangenschaft geführt. Auch Jeremia befindet sich unter diesen Weggeführten. Jeremia sieht unsagbares Leid und beklagt dieses große Gericht über sein Volk. Doch während Jeremia sein, und das Elend des Volkes beklagt, kommt er zur Besinnung und will sich diese wichtige Wahrheit zu Herzen nehmen: „Obwohl wir es eigentlich verdient hätten, von Gott vollständig vertilgt zu werden, sind wir immer noch am Leben. Jeden Morgen an dem wir lebendig aufwachen, erfahren wir die Erbarmungen Gottes.“ Jeremia erkannte, dass Israel es aufgrund seiner Sünde eigentlich verdient hat, vernichtet zu werden. Daher ist jede noch so kleine Freundlichkeit Gottes, etwas unermesslich Großes.
Wir sind oft dabei in eine ähnliche Haltung wie Jeremia zu kommen, und zu klagen. Wir beklagen uns über die schlechte Politik in unserem Land. Wir beklagen uns über die schlechte wirtschaftliche Lage in unserem Land. Wir beklagen uns über den katastrophalen geistlichen Zustand in unserem Land. Wir beklagen uns über das Gesundheitswesen in unserem Land. Wir beklagen uns über unseren niedrigen Lohn. Hierbei könnte die Liste noch endlos weitergehen. Doch bei all dem Klagen, übersehen wir die unzähligen Gütigkeiten des Herrn in unserem Leben. Die Tatsache dass du jeden Morgen dein Gesicht mit fließendem Wasser waschen, dein Brot essen und dein warmen Kaffee trinken kannst, sind ein Beweis für die Erbarmungen Gottes. Dass du gesund bist, ein Job hast und somit geregeltes Einkommen, sind die Erbarmungen Gottes.
Wir sollten immer wieder wie Jeremia zur Besinnung kommen und uns die Barmherzigkeiten Gottes zu Herzen nehmen. Denn im Lichte seiner Erbarmungen erscheint jedes Murren als großes Übel. Gott ist nicht dazu verpflichtet, dir Gutes zu tun. Er ist nicht mal dazu verpflichtet uns zu retten. Ja du musst verstehen, dass du in diesem Augenblick nicht in der Hölle unter dem Zorn Gottes Qualen leidest, sind die Erbarmungen Gottes. Gott ist weitaus gnädiger zu uns, als wir es uns je vorstellen können. Er ist nicht verpflichtet dir Gutes zu tun. Die Tatsache dass er es dennoch tut, ist lediglich ein Beweis dafür, dass Gott ein barmherziger Gott ist.
Denke darüber nach, wie oft du bereits gegen Gott gesündigt hast, und dass du eigentlich Sein Zorn und Gericht verdient hast. In Anbetracht deines Verdienstes aufgrund deiner Sünde, wird jede Freundlichkeit Gottes zu etwas unermesslich Großem. Anstatt den Menschen ihre gerechte Strafe zu geben, sandte Gott ihnen Seinen Sohn, und bestrafte Ihn, anstelle des Sünders. Gott war nicht verpflichtet diesen Schritt zu gehen, Er tat dies, weil Seine Barmherzigeiten nicht zu Ende sind, sie sind alle Morgen neu. Wende deinen Blick daher weg von den Dingen, die in deinen Augen nicht gut laufen, und schau darauf, wie freundlich der Herr zu dir ist.
Eine Andacht von Richard Friesen, Pastor der EBC Waiblingen