Jesus, der bessere Isaak

„Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.“ (1. Mose 22,10)

Die Begebenheit zwischen Abraham und Isaak weist viele herrliche Parallelen zu Jesus auf. In dieser Andacht möchte ich auf vier dieser Parallelen eingehen, die uns aufzeigen, dass Jesus der bessere Isaak ist.

Erstens: Jesus war – genau wie Isaak – der einzige Sohn Seines Vaters. In 1. Mose 22,2 befiehlt Gott Abraham und sagt zu ihm: „Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast … und opfere ihn“. Dieser Isaak war der Sohn der Verheißung, der Sohn, auf den Abraham viele Jahre gewartet hatte. Dieser Sohn war ein Wunder, denn Sarah war bereits so alt, dass sie gar keine Kinder mehr kriegen konnte. Doch schenkte Gott ihnen diesen Sohn der Verheißung. Er war der einzige, der wertvolle und der geliebte Sohn Abrahams. Genauso war auch Jesus Christus der einzige und geliebte Sohn Seines Vaters. Diese einzigartige Beziehung zwischen Gott, dem Vater, und dem Sohn wird in Joh. 1,18 beschrieben: „Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat ihn kundgemacht.“ Der Begriff „Schoß“ beschreibt Nähe, Intimität und Geborgenheit. Und nachdem Jesus getauft wurde, heißt es auch: „Und eine Stimme erging aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Mk. 1,11). Der Vater liebt den Sohn über alles.

Zweitens: Jesus trug – genau wie Isaak – Sein Holz auf dem Rücken. In 1. Mose 22,6 lesen wir, dass Abraham „das Holz nahm und es auf Isaak legte.“ Isaak trug also das Holz auf seinem Rücken, auf das er später gebunden und geopfert werden sollte. Genauso wie Isaak das Holz auf seinem Rücken trug, auf dem er geopfert werden sollte, trug Jesus Sein Holz auf dem Rücken, auf dem Er geopfert wurde. Johannes schreibt: „Und sein Kreuz tragend, ging er hinaus zu der Stätte, genannt Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgatha heißt“. (Joh. 19,17) Jesus trug das Tötungsinstrument auf Seinem Rücken, an dem Er hingerichtet und getötet werden sollte.

Drittens: Jesus – nicht Isaak – war das ersehene Schaf. In 1. Mose 22,6 lesen wir, dass „beide miteinander gingen“. Vater und Sohn gingen beide nebeneinander den Berg hinauf. Als Isaak seinen Vater fragte, wo das Schaf zum Brandopfer sei (V.7), antwortete sein Vater ihm: „Gott wird sich ersehen das Schaf zum Brandopfer, mein Sohn.“ Nun, wir wissen, dass Isaak nicht geopfert wurde, sondern ein Widder an seiner Stelle (V.13). Doch das ersehene Schaf, von dem Abraham hier spricht, ist Jesus Christus. Als Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen sah, sprach er: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!“ (Joh.1,29) Isaak war nur ein Schatten auf Christus. Christus ist das wahre Lamm Gottes, makellos und heilig, um durch Sein Opfer die Sünde der Welt zu sühnen.

Viertens: Jesus wurde von Gott nicht verschont. Als Abraham seinen Sohn auf den Altar gebunden hatte und seine Hand erhob, um seinen Sohn Isaak zu schlachten, sprach der Engel des Herrn zu ihm: „Strecke deine Hand nicht aus nach dem Knaben, und tu ihm gar nichts! Denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast.“ (1. Mose 22,12) Isaak wurde verschont; Abraham musste seinen Sohn nicht opfern. Jesus hingegen, das wahre Lamm Gottes, wurde nicht verschont: „Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ (Röm. 8,32) Der Vater opferte Seinen Sohn. Er strafte Seinen Sohn für die Sünden Seines Volkes. Er stach zu, Er zerschlug Ihn. Gott opferte Seinen Sohn und verschonte Ihn nicht, damit wir dadurch verschont werden können.

Indem Jesus, der bessere Isaak, der Sohn Gottes, Sein Kreuz auf Seinem Rücken tragend, für uns geopfert wurde, werden wir durch den Glauben an Ihn vor Gottes Zorn verschont und empfangen ewiges Leben. Gelobt sei Gott für die Gabe Seines Sohnes Jesus Christus.

Eine Andacht von Richard Friesen, Pastor der EBC Waiblingen