Vorwort zur dritten Ausgabe

Lieber Leser,

es ist erstaunlich, wenn wir darüber nachdenken, dass der Sündenfall direkte Auswirkungen und Konsequenzen auf die Geschlechterrolle von Mann und Frau gehabt hat. Denn nachdem der Mensch gefallen ist, und Gott ihn zur Rechenschaft gezogen hat, spricht Gott zu der Frau: „und nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen“ (1Mo 3,16b). Mit anderen Worten: du wirst dich gegen deinen Mann auflehnen und dein Mann wird dich unterdrücken. Obwohl Gott die Ehe heilig geschaffen hat, und der Mann seine Frau vor dem Sündenfall bedingungslos liebte, und die Frau sich ihrem Mann gerne unterordnete, wurden diese Rollen durch den Sündenfall völlig auf den Kopf gestellt. Seit dem Fall des Menschen ist es ein beständiger Kampf zwischen den Geschlechtern, ihre von gottgegebenen Rollen wahrzunehmen, zu akzeptieren und auszuleben.

Auch wenn dieser Kampf schon seit dem Fall des Menschen besteht, wage ich zu behaupten, dass sich dieser Kampf durch die 66er Bewegung und dem Feminismus in den letzten Jahrzehnten zugespitzt hat. Auch wenn der Feminismus kein Produkt der 66er Bewegung, sondern des Sündenfalls ist, zeigt diese Bewegung, die bis heute anhält, die rebellische Haltung des Menschen gegenüber den guten Ordnungen Gottes. Denn der Aufschrei unserer Gesellschaft nach Vielfalt, gleichgeschlechtlicher Ehe und Gleichberechtigung, ist nichts anderes als der sündhafte und rebellische Aufschrei des Menschen gegen seinen Schöpfer.

Das Erschreckende hierbei ist jedoch, dass dieses Denken bedauerlicherweise auch in der Gemeinde Jesu Christi Einzug genommen hat. Es ist nicht nur so, dass sich die evangelische Kirche für Homosexualität ausspricht. Auch bibeltreue evangelikale Christen fördern bewusst oder unbewusst den Feminismus und die Gleichberechtigung. Anstatt sich von der Welt zu unterscheiden und sich in ihrem Denken zu erneuern, unterscheiden sich viele Christen in diesem Bereich nicht von der Welt.

Aus diesem Grund müssen wir als Christen uns in unserem Denken beständig erneuern lassen, wie es Paulus in Römer 12,1-2 sagt: „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“

Als Christen müssen wir uns in allen Bereichen von der Welt unterscheiden. Zudem sollten wir den Zeitgeist beständig durch das Wort Gottes prüfen, um dadurch eine fundierte, biblische Meinung zu bilden, was gut und was schlecht ist. Aus diesem Grund müssen wir den gegenwärtigen Kampf der Geschlechter anhand dem Wort Gottes prüfen. Wir müssen die Gleichberechtigung und den Feminismus anhand dem Wort Gottes prüfen, um dadurch eine fundierte und biblische Sicht zu diesem Thema zu erarbeiten. Damit wir auch in diesem Bereich nach dem guten und wohlgefälligen und vollkommenen Willen Gottes leben können.

Daher sind wir froh, dass Pastor John-William Noble einen Artikel über den Feminismus geschrieben hat. Er zeigt in diesem Artikel die Entstehung und die Auswirkung des Feminismus auf. Zudem zeigt er auf, wie der Feminismus die Gemeinde Jesu beeinflusst, und was wir dagegen tun können. Hierbei geht Pastor Noble nicht nur darauf ein, wie zerstörerisch der Feminismus ist. Vielmehr will er die Frauen ermutigen ihre Rollen wahrzunehmen, wie Gott es sich gedacht hat, indem er aufzeigen wie Herrlich die Ordnungen Gottes sind. Dieser Artikel soll für alle Frauen eine Ermutigung sein, nach dem Willen Gott zu leben.

Neben diesem Leitartikel soll das Herz der Leser durch eine Andacht aus Klagelieder 3,21-24 auf die Gütigkeiten Gottes ausgerichtet werden. Zudem liegt der Schwerpunkt in dem theologische Artikel auf der Dreieinheit Gottes. Möge der Leser durch diese Zeitschrift „in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus wachsen. Ihm sei die Herrlichkeit, sowohl jetzt als auch auf den Tag der Ewigkeit! Amen.“

Euer Diener,
Richard Friesen