Schöner als zehntausend

“Mein Geliebter ist weiß und rot, ausgezeichnet vor Zehntausenden. Alles an ihm ist lieblich.” (Hohelied 5,10.16)

Wie eine Braut ihren Bräutigam als einzigartig betrachtet, sollte die Gemeinde ihren Christus als einzigartig betrachten. Christus sollte für seine Gemeinde unvergleichlich schön sein. Es sollte für seine Braut außer Frage stehen, dass Christus für sie kostbarer als zehntausend ist, dass er ihr alleiniger Liebhaber, König und Herr ist.

Wir sollten uns nicht dafür schämen, außer uns zu sein vor Liebe für unseren Herrn Jesus. Wenn ein Bräutigam verliebt ist, wird er von seiner Braut reden, von ihr schwärmen, über sie nachdenken und von ihr träumen. Wenn wir die exquisite Schönheit und die Vortrefflichkeit Jesu erkannt haben und von ihr hingerissen wurden, werden wir nicht anders können, als von ihm zu reden, von ihm zu schwärmen, über ihn nachzudenken und von ihm zu träumen.

Christus ist so überragend herrlich, dass ein kurzer Moment eines Bruchteils seiner Herrlichkeit ausreicht, um unsere Herzen für alle Ewigkeit in Entzückung zu bringen. Ein kurzer Blick auf einen Bruchteil seiner Herrlichkeit ist umwerfender, als ein ganzes Leben die Herrlichkeiten dieser Erde zu besitzen.

Astronomen sind so fasziniert von den Objekten im Weltall, dass all ihre Sehnsüchte auf diese Objekte gerichtet sind. Die Schönheit der einzelnen Himmelskörper ist so anziehend für sie, dass sie sich Tag und Nacht damit beschäftigen. Christus sollte für einen Christen genauso eine Anziehungskraft haben.

Wir sollten so fasziniert von Christus und von seiner strahlenden Vortrefflichkeit sein, dass wir uns Tag und Nacht mit ihm beschäftigen wollen. Alle unsere Sehnsüchte sollten auf ihn, auf das höchste und begehrenswerteste Objekt gerichtet sein, das es in der sichtbaren und unsichtbaren Welt gibt.

Selbst in den schönsten und vorzüglichsten Dingen dieser Welt gibt es Flecken und Mängel. Doch bei Christus gibt es keinen Makel. Bei ihm ist alles perfekt, vollkommen und liebenswürdig. Selbst das Schönste und Vollkommenste auf dieser Erde oder im Himmel kann nicht als Vergleich herangezogen werden, um die Schönheit Jesu zu beschreiben. Selbst wenn es Millionen Welten voller Schönheit gäbe, würden diese nicht einmal einen Bruchteil der Schönheit Jesu widerspiegeln. Jeder Versuch, die Schönheit Christi darzustellen, ist daher zum Scheitern verurteilt. Nicht einmal die Ewigkeit wird ausreichen, die unermessliche Schönheit Christi zu erforschen.

Je länger man lebt und je mehr man die Dinge dieser Welt geschmeckt hat, umso entschiedener kann man sagen, dass die Dinge dieser Welt nicht erfüllen. Alles, wonach sich unser Herz sehnt, alles, was unsere Augen begehren, ist eitel und vergänglich. Diese Erfahrung und Erkenntnis sollte uns unweigerlich zu Christus treiben. Denn in ihm ist Erfüllung. Alles, wonach sich unser Herz sehnt oder unsere Augen begehren, ist in ihm zu finden. Jede irdische Begierde vergeht und verblasst, wenn Christus unser Herz mit seiner Gegenwart erfüllt hat.

Eine Andacht von Richard Friesen, Pastor der EBC Waiblingen